Mit Kenntnis und Verständnis - Pflegesituation in Rothenburg

Harry Scheuenstuhl - Oberbürgermeister für Rothenburg

18. Januar 2020

Harry Scheuenstuhl war am 4. Dezember auf Einladung des Seniorenbeirats bei dessen Treffen zu Gast. Dabei stellte er sich, seinen beruflich- politischen Werdegang und mögliche Handlungsansätze zu kommunalen Themen vor. Neben seiner Konzeption des Bürgerbusses ging er vor allem noch auf andere Probleme ein, die vielen Bürgern auf den Nägeln brennen.

Ein wichtiger Bereich ist die Zukunft der Pflege. Da sehr plötzlich der Fall der Bedürftigkeit hier eintreten kann, ist es nötig, dass genügend Plätze vorhanden sind. Für alle Menschen, die es wollen, solle eine Einrichtung in der Heimat zur Verfügung stehen. Die AWO des Landkreises Fürth, bei der Harry Scheuenstuhl den stellvertretenden Vorsitz innehat, ist auch im Bereich der Pflege tätig. So sei er mit dem Problem durchgehend vertraut und habe deshalb als ersten Schritt eine Anfrage zur Bevölkerungsentwicklung in Rothenburg gestellt. Auch zum konkreten Fall der Sanierung des BRK- Pflegeheims bezog er Stellung. Dieses soll umgebaut werden, damit die gesetzlichen Vorschriften erfüllt werden. Hier gibt es Meinungsverschiedenheiten mit der Stadt, wer welche Kosten dafür trägt. Er stellte dar, dass die finanziellen Mittel des BRK sehr begrenzt seien. Daher halte er es für nötig, dass die Stadt sich entsprechend engagiere.

Nicht nur Senioren, jeder Bürger kann auf ein Krankenhaus in der Nähe angewiesen sein. „Und“, so Harry Scheuenstuhl, „wenn man bestehende funktionierende Strukturen abbaut, kann das auf Kosten von Leib und Leben der Bevölkerung gehen.“ Daher sei eine Verringerung der Bettenzahl und der Abbau von Leistungen inakzeptabel. Rothenburg habe seinen Platz in der Krankenversorgung gefunden. Im Übrigen sei das jährliche Defizit im Gesamtkonzern ANregiomed nicht höher als in anderen ländlichen Krankenhäusern. Wobei das Rothenburger Krankenhaus wirtschaftlich viele Jahre im schwarzen Bereich gelegen hat. Letztlich müsse die Politik Farbe bekennen. Der OB- Kandidat verwies darauf, dass über den Kreistag Handlungsmöglichkeiten beständen und der OB im Verwaltungsrat sitzen müsse. Finanzielle Belange dürften nicht den Ausschlag geben. Sein Wille sei der Erhalt des Krankenhauses mindestens in der bestehenden Form. Auch Probleme und Perspektiven für die Bereiche Finanzen, Wohnungsbau und Klimaschutz sowie Wirtschaft umriss Harry Scheuenstuhl.

Abschließend bot sich ihm Gelegenheit zu einer Klarstellung. Auf die Möglichkeit angesprochen, nachträglich in den Landtag einzuziehen, gab er unmissverständlich zur Antwort: „Wenn ich zum Oberbürgermeister gewählt werde, verzichte ich auf ein mögliches Amt im Landtag. Ich ziehe dann nach Rothenburg und bleibe hier.“

Harry Scheuenstuhls Sicht auf die anzugehenden Aufgaben ist einmal von seiner Tätigkeit als Umweltingenieur geprägt. Auch seine langjährige Erfahrung als Bürgermeister und Landtagsabgeordneter kommt ihm zugute. Das gilt ebenso für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, z.B. den Kreisvorsitz des BRK Neustadt/Aisch. Nicht unwichtig ist seine persönliche Kenntnis der Dinge. So ist er in die Betreuung von Mutter und Schwiegermutter eingebunden. Außerdem ist seine Frau Chefärztin der Gynäkologie, einer seiner Söhne studiert Medizin und seine Tochter macht eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. Zu Recht konnte er sagen: „Das Krankenhaus ist bei uns täglich ein Thema.“

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