„Es geht auch anders“ Am vergangenen Donnerstag starte die SPD mit ihrer Reihe „Es geht auch anders“ in das politische Jahr 2026. Die Veranstaltung war trotz schlechter winterlicher Witterungsbedingungen sehr gut besucht.
Rund 100 Gäste konnte SPD- Vorsitzende Michaela Ebner in der Molkerei begrüßen, ehe sie Oberbürgermeisterkandidat Christoph Rösch mit einschlägigen Stationen aus dessen Werdegang vorstellte.
Rösch selbst erläuterte anschließend ausführlich seine Vorstellungen für Rothenburg. „Es geht auch anders - bedeutet für mich in erster Linie, Antworten auf die großen Veränderungen zu geben: Demografie, Wirtschaft, Klima.“ Angesichts knapper finanzieller Ressourcen gelte es Prioritäten zu setzen. „Denn die besten Vorsätze sind am Ende die, die man auch umsetzen kann“.
Oberste Priorität müsse laut Rösch das Thema Wohnen bekommen. Hierbei handle es sich um ein Schlüsselthema - sowohl in sozialer, als auch in klima- und wirtschaftspolitischer Hinsicht. „Die Sicherung von Fachkräften gelingt nur, wenn es vor Ort ausreichend bezahlbaren Wohnraum gibt.“ In den nächsten Jahren müsse dazu das Baugebiet am Himmelweiher zügig umgesetzt werden. Gerne hätte die SPD, den gesamten nördlichen Bereich des künftigen Wohngebiets für sozial geförderten Wohnungsbau durch entsprechende Festsetzung im Bebauungsplan gesichert, sich damit im Stadtrat aber nicht komplett durchgesetzt. „Dann müssen wir das Vorhaben eben politisch absichern. Als Oberbürgermeister will ich dafür einstehen, dass auf diesem Areal bezahlbarer Wohnraum entsteht, der Menschen unterschiedlicher Einkommensgruppen ein Angebot macht“
Außerdem sieht Rösch die Zeit reif für innovative Wohnformen, wie das sogenannte „Wohnen auf Zeit“. Dabei handle es sich um kleinere, befristet mietbare Wohneinheiten. „Ideal für Menschen in einer Umbruchsituation: neu angeworbene Fachkräfte, die dann erstmal ankommen können und Zeit haben, sich eine dauerhafte Unterkunft zu suchen oder für ältere Menschen, die nach einem Schicksalsschlag kurzfristig eine barrierearme Übergangslösung brauchen.“ Neben dem Wohnraum spiele auch das soziale Miteinander eine zentrale Rolle. „Ein Ort an dem sich Menschen wohlfühlen, ist ein Ort an dem sie sich eingebunden fühlen“.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Umfragen, dass sich immer mehr Menschen einsam fühlen – auch in Rothenburg. „In Gesprächen und ehrenamtlicher Arbeit wird deutlich, dass Einsamkeit viele Ursachen haben kann: Alter, gesundheitliche Einschränkungen, sprachliche Barrieren oder finanzielle Grenzen können die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren.“ Rothenburg verfüge bereits über ein starkes Netz aus Vereinen, Beiräten und sozialen Initiativen. Diese Strukturen leisten wertvolle Arbeit, stünden jedoch zunehmend vor ähnlichen Herausforderungen: sinkende Zahlen an Ehrenamtlichen, wachsende bürokratische Anforderungen und begrenzte Ressourcen. „Mein Ziel ist es daher, diese bestehenden Strukturen zu stärken und neu zu beleben – durch eine gemeinsame Strategie, bessere Vernetzung, neue Kooperationen und unterstützende Beratung durch die Stadtverwaltung.“ So solle Rothenburg nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial ein Ort bleiben – und werden –, an dem Menschen gerne leben, zurückkehren und sich zuhause fühlen.
Abschließend stellten sich die anwesenden Stadtratskandidaten kurz der Reihe nach vor.